Afrika-Gorilla - 2009, Höhe 170
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Der Gorilla gilt als sozial, clanbezogen und friedfertig. Mit seinem Kiefer, der etwa viermal kräftiger als der einer Hyäne ist, knackt er als Vegetarier lediglich armdicke Bambusschäfte.
In seiner Sanftheit birgt sich aber latent die brutale Grausamkeit eines Bokassa oder Idi Amin. Als Clanchef ist die Figur kauernd angelegt, mit Machtinsignien ausgestattet. Der obligate Leopardenumhang ist verbildlicht durch eine Elfenbeinschnitzerei mit einem Anbetungsritual.
Der vielbesungene „Schwarz-Weiß-Kontrast“ Afrikas bekommt anschauliche Gestalt in Ebenholz und Elfenbein. Das Weiß des Stoßzahns ist durch einen dunklen Glanz ersetzt, der das „Nasse“ symbolisiert; das Ebenholz ist stumpf und trocken. Vor dem „Bösen Blick“ durch eine „verspiegelte“ Brille geschützt, schaut der Diktator machttrunken und gut gelaunt, kauend und lamentierend über seine unterworfenen Clans, deren Menschen und deren Land. Mit seinem Schiffchen auf dem großen Schädel und dem köstlichen Gehabe seiner Macht, liebt er die napoleoneske Maskerade von Orden und Knopfleisten.
Der abendländische Horizont ist für uns Europäer klar umrissen: Der blaue Himmel und der geheimnisvolle Lauf der Sonne von Osten nach Westen; nachts der zu- oder abnehmende Mond in einem Meer von Sternen.
Ganz anders als die Grüne Hölle ohne Horizont!
Überall ist Wald - und Menschen, die zwischen Insekten, Vögeln und Raubtieren leben, tendieren in dieser botanischen Welt zu Menschen- und Tieropfern. Aus Totem entsteht neues Leben und aus noch mehr Tod noch mehr Leben. Die Stämme der Finsternis unterschieden nicht zwischen Mensch und Tier. Das führte aber zu Schuld und Angst vor Rache. Daher sind die Bußriten, die Sühne und Bannsprüche durch die Zauberer von höchster Bedeutung.
Joseph Conrads Novelle „Herz der Finsternis“ beschreibt in enormer Subtilität das Grauen, das aus dem schwarzen und lichtlosen Dschungel emporsteigt und diejenigen Menschen beschleicht, die endlich durch ihre errungene Allmacht selbst zum Menschenfresser werden.
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