Hanuman - 2011, Höhe 202 cm
„Die Liebe“ scheint so etwas zu sein wie eine Bodenfliese in einem Märchenpalast. Eine glänzende Oberfläche und eine rauhe Unterseite mit hoher Klebekraft.

Eine neben der anderen, eine so schön wie die andere. Im Ramayana-Epos wird der Affengeneral Hanuman beauftragt, die vom Oberdämon Ravana geraubte Fürstengattin Sita von einer Insel zu befreien. Dem Fürsten Rama gehört sie, der Dämon will sie und Hanuman liebt sie. Warum sonst stürzt sich der Kriegsfürst mit seiner Streitkraft in das Abenteuer, gegen die Armee des Zauberers zu ziehen?

Die Liebe erzeugt übermenschliche Kraft und übermenschliches Leid. Gefangen im Bambuskäfig seiner eigenen Obsessionen, wirft er sich entzürnt dem Bösen entgegen, ohne Rücksicht auf sich selbst. Dass er aber nicht Mensch, sondern etwas anderes ist, merkt er im Schlachtengetümmel kaum.

Nach erfolgreicher Befreiung und erheblichen Kollateralschäden erfährt er Ehre und sogar einigen Dank. Die Fürstendynastien bestehen weiter, das Üble ist ausgemerzt und Hanuman wird gewahr, dass nur Gleiche sich lieben. Große Kraft ist vom General ausgegangen, das wurde erwartet. Denn er ist eben ein Soldat. Der arme Hanuman jedoch kniet ermattet auf den Fliesen des Palastes und im Anflug einer Ahnung sieht er, dass er sich zum Affen gemacht hat.

Das kannte der Kampferprobte nicht – und so stehen ihm die Haare zu Berge.