Homo Navigator - 2009, Höhe 172 cm
„Die Welt ist nicht nur flach, sondern auch eckig!

Die Welt als Totalität ist mit vielerlei Gedanken, Ideen, Träumen aber auch Instrumenten, Tummelplatz von Verwunderungen und Erklärungsnotständen.

Daniel Kehlmanns „Vermessung der Welt“ findet als Feldversuch des Naturforschers ebenso statt wie als Zahlensuche im warmen Studierzimmer des Mathematikers. John Harrison baute eine seetüchtige Uhr, mit der die Längengrade endlich bestimmt werden konnten. Der Urmeter wurde von Joseph Delambre und Pierre Méchain durch die mühsame Vermessung des Meridianbogens bewerkstelligt. Kompaß, Uhr und Sextant ermöglichte schließlich die lückenlose Bereisung der geographischen Erde.

Dem Namen des Eroberers machte Alexander von Humboldt alle Ehre mit seiner Durchdringung der Welt. Carl Friedrich Gauß erschloß im Denklabor die Struktur der unsichtbaren Abstraktion.

Die Figur besteht aus einem Schrank voller komplizierter Geräte, die in ihrer mechanischen Filigranität so etwas wie Sonden für die Welt darstellen.

Der Kopf des Navigators erinnert an einen „Cyborg“ – ein cybernetisch-bionischer Organismus, der die Unzulänglichkeiten des Körpers mit Technik kompensiert. Der umgekehrte Stuhl bedeutet die theoretische Tätigkeit des Forschers in seinem Gehäuse und die Neigung zum Schubladendenken.

Aber es gilt seit jeher: „OCCIDENTEM SOLI OPTIMI NAVIGANT“ – Nur die Besten fahr´n nach Westen!