Syrinx - 2009, Höhe 225 cm
In den Metamorphosen von Ovid (1. Buch, Vers 689-713) verschmäht die Nymphe Syrinx die Liebe des beschwipsten, bocksbeinigen Waldgottes Pan, der ihr liebestrunken nachstellt.

Auf der Flucht vor ihm wird sie, auf ihr Bitten hin, am Fluss Ladon in Schilfrohr verwandelt, das Pan daraufhin umarmte. Als nun der Wind in das Rohr blies kamen klagende Töne hervor. Pan wollte die Klänge nicht verlieren, also brach er aus dem Schilfrohr sieben Teile, eines immer etwas kürzer als das vorherige, und band sie zusammen.

So fertigte Pan mit Hilfe von Wachs die Syrinx genannte Hirtenflöte, und in echter Trauer um seine verwandelte Liebe ergriffen, spielt er tagein tagaus und auf ihr seine Lieder. Abneigung und Begehren prallen im Leben oft aufeinander – und was zeigt dies besser, als die archaische Verwandlung in etwas völlig Wesensfremdes, das sich dem Leben entzieht und für den Zurückgebliebenen eine anbetungswürdige Erinnerung bleibt.