Tlaloc - 2011, Höhe 215
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So viele Tage! – So viele Tränen!
Der monolithische „Regenmacher“ entfaltet seine geheimnisvolle und bedrohliche Präsenz durch die submarinen Farben des Mosaiks, das eine stumpfe Leuchtkraft wie das nasse Fell eines Faultieres erzeugt.
Die Gottheit des Blitz und Donners, des Regens und des bösen Wetters, der Kriege, Krankheiten und Katastrophen. Mit so viel Verehrung und Arbeit haben ihm die Azteken liebevoll einen Tempel errichtet, und ihn mit Kindern gefüttert. Eben diese Kinder haben wohl in den zahllosen Werkstätten des Reiches, in stumpfsinniger Arbeit, das stupide Besetzen der Götterfiguren besorgt.
Diese durchaus bewundernswerte und dennoch kleinkarierte „Couvertüre“ läßt die Frage zu, ob derartige Ornamentformen in ihrer Iteration Vorboten für den Kollaps von Hochkulturen sind.
Wenn die Götter und Herrscher Kannibalen sind, fressen sie irgendwann ihr Volk. Wie bei einer Praline, ist außen alles schön gestaltet, aber nicht alles was drin ist, schmeckt auch gut – von zuckersüß bis verrottet ist alles dabei.
Das Visualisierte und der Gedanke scheinen sich bei den Hochkulturen in ganz kleinen Schritten voneinander zu entfernen.
Die Spanier haben die „Destrucción“ Mesoamerikas als gierige Botschafter der abendländischen Gottwelt herbeigeführt.
In unserer Sprache ist „Untergang“ ein Wort, das mit Wasser zu tun hat – submarin eben.
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