Weyladawa - 2011, Höhe 157 cm
„Zieh die Mütze auf, wenn du rausgehst!" Derartigen und ähnlichen naturgemäß gutgemeinten und kategorisch lästigen Ratschlägen war George Mallory wohl nicht ausgesetzt, als er sich anschickte auf den bislang unbezwungenen Mount Everest zu steigen, bei dessen wahrscheinlich erfolgreicher Bezwingung er seit 1924 als verschollen galt und seine Leiche 1999 wiedergefunden wurde.

„Weil er da ist!“ war seine Antwort auf die Frage nach dem Warum.

Die Welt der Männer ist angefüllt mit Kraftanstrengungen, nützlichen und unnützen Beschäftigungen. Sie erfinden und bauen Eisenbahnen, Flugzeuge, Tunnel, Brücken, Panzer und Kühlschränke.

Mit Technik machen sie sich die Welt Untertan - bleibt noch die Natur: Wie die kleinen Jungs müssen sie hüpfen, klettern und springen. Meere überqueren, Dschungel durchstreifen, Wüsten bezwingen und natürlich Berge besteigen.

„Pass auf dich auf, Heldenhafter!“ ist nett gemeint, doch fehl am Platze, wenn es doch gilt „dem Tod ein Angebot zu machen.“

Schon in Kindheitstagen ist es die Mutter am Küchenfenster, die die vermeintlich schlimmen und gefährlichen Machenschaften der kleinen Racker im Garten verbietet. Pädagogisch wie soziologisch unklug und über wichtige Entwicklungsjahre herbeigeführt, entstehen Milchbärte und Muttersöhnchen, die im Haus mit männlichen Actionpuppen spielen und sich bestenfalls einer Stauballergie aussetzen.
Der innere Drang des Abenteurers nach Herausforderung und Unternehmung, nach Gefahr und Neuem, der Preis von Verletzung, Verstümmelung oder gar Tod für Unachtsamkeiten oder Selbstüberschätzung, der gezahlt werden muss, für den mangelnden Respekt gegenüber der Natur, sind immer noch natürlicher Antrieb des Männlichen.

Heute allerdings kann das im Computer erledigt werden. Alles ist möglich - ohne jede Gefahr. Es geht um „Leben“ und „Skills“, um heldenhafte Reputation durch errungene Punkte in Gruppen Gleichgesinnter.
Ob so etwas auf lange Sicht eine Gesellschaft schwächt, werden wir in vivo beobachten können.